M31 - Die Andromeda Galaxie

In einer Oktobernacht im Jahr 1923, nicht unweit entfernt von der Metropole Los Angeles, studierte ein junger Astrom im Mount-Wilson-Observatorium mit dem damals größten Teleskop der Welt seinen Lieblingsnebel, den Andromeda-Nebel. Zu dieser Zeit wusste man noch nicht, dass sich hinter diesen rätselhaften, glühenden Nebeln riesige Galaxien befanden, man hielt diese Nebel zunächst für Geburtsorte der Sterne. Der Astronom bemerkte beim Studieren seiner Aufnahmen einen besonderen Typ eines variablen Sterns, von dem er zuvor fälschlicherweise eine Supernova vermutete. Solche variablen Sterne werden als sogenannte “Standardkerzen” verwendet, um Entfernungen zu berechnen. Der junge Astronom berechnete, dass der blasse Stern etwa eine Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt sein muss, ebenso wieder rätselhafte Nebel, der ihn umgab. Das bedeutete, dass der Durchmesser des Universums mindestens dreimal größer sein musste, als bisher die meisten Astronomen annahmen.
Bei dem jungen Astronomen handelte sich um Erwin Hubble, seine Fotoplatte erlangte weltweite Berühmtheit. Außerdem stellte Hubble fest, dass es sich bei dem Andromeda-Nebel in Wirklichkeit um eine Galaxie handelt, die sich in weiter Entfernung zur Erde befand. Man schätzte damals etwa eine Millionen Lichtjahre, heute weiß man, dass die Andromeda sogar 2,5 Millionen Lichtjahre von uns entfernt ist.
Zudem wissen wir heute, dass Galaxien riesige Ansammlungen von Sternen sind, die Gas und Staub enthalten und umringt sind von Halos aus dunkler Materie. Sie sind die fundamentalen, großen Bausteine des Kosmos.

Hubble Fotoplatte

Das Bild zeigt die fotografische Platte von Hubble mit der Kernregion der Andromeda-Galaxie. In der oberen rechten Ecke befindet sich der berühmte Vermerk: Das “N” für “Nova” ist durchgestrichen und Hubble schrieb mit roter Tinte “VAR” für “variable star”.

Die Andromeda-Galaxie (auch M31 oder NGC 224) ist das am weitesten von uns mit bloßem Auge sichtbare Objekt. Sie ist etwa doppelt so groß wie die Milchstraße, ihr Durchmesser beträgt etwa 200.000 Lichtjahre. M31 beherbergt Staubbänder, Sternentstehungsgebiete und Kugelsternhaufen. Insgesamt finden etwa eine Billion Sterne in der Andromeda-Galaxie Platz. Wie fast jede große Galaxie beherbergt auch die Andromeda-Galaxie ein supermassereiches Schwarzes Loch. Es ist etwa 140 Millionen Sonnenmassen groß.
Unsere Milchstraße und die Andromeda-Galaxie bewegen sich mit etwa 120 km/s aufeinander zu. Den Berechnungen zufolge kommen sich beide Galaxien in etwa drei Milliarden Jahren bedrohlich nahe. Allerdings ist heute noch unklar, was genau passieren wird. Es kann sein, dass sie zentral kollidieren oder aneinander vorbeifliegen, sich dabei abbremsen und auf gebundenen Bahnen annähern oder relativ ungestört aneinander vorbeisausen.
Ein Leben auf der Erde wird aber wahrscheinlich zu diesem Zeitpunkt in der Zukunft nicht mehr möglich sein. Unsere Sonne wird sich auf dem Weg zum Roten Riesen immer weiter vergrößern, sodass unsere Ozeane verdampfen.

Das Sternbild Andromeda

Andromeda ist auch ein Sternbild des nördlichen Sternenhimmels. Es ist besonders gut in den Jahreszeiten Herbst und Winter zu beobachten.
Mein aktuelles Foto der Andromeda-Galaxie enstand im September 2025. Die Andromeda befindet sich zu dieser Zeit am östlichen Himmel: Andromeda Sternbild groß Gut zu erkennen sind die drei hellsten Sterne des Sternbilds Andromeda Sirrah, Mirach und Alamak. Sie bilden eine Kette und befinden sich nahezu auf einer Linie. Etwas schwieriger wird es bei der Sternenkette, die sich senkrecht dazu befindet. Bei genauem Hinsehen und unter dunklem, klarem Himmel sind auch diese Sterne zu erkennen. Knapp darüber bedindet sich die Andromeda-Galaxie: Andromeda Sternbild klein

Meine bisherigen Aufnahmen der Andromeda-Galaxie

Die Andromeda-Galaxie ist eines meiner Lieblingsobjekte am Nachthimmel. Demenstprechend oft habe ich M31 bereits fotografiert. Das erste Foto enstand 2021 mit einem Teleobjekt an der Sony a6000 und einer mechanischen Nachführung, meinem sogenannten “Knochen”, dem MiniTrack LX3 von Omegon:

Erstes Andromeda Foto

Für mich damals schon ein beeindruckendes Bild. Seitdem habe ich an meinem Setup für die Astrofotografie weiter gefeilt und die Bilder sind immer besser geworden.

Randnotizen zum aktuellen Foto

Ich habe die Andromeda-Galaxie in einer Nacht aufgenommen. Ursprünglich wollte ich ein anderes Objekt aufnehmen, meine GoTo-Nachführung hat aber irgendwie dieses Objekt nicht auffinden können. Deswegen habe ich mir gedacht, dass es mal wieder Zeit wäre, die wunderschöne Andromeda zu fotografieren. Außerdem ist es recht einfach die Galaxie am Himmel aufzufinden. Das hat dann auch meine GoTo-Nachführung in dieser Nacht erfolgreich hinbekommen.
Das Ergebnis hat mich mehr als überzeugt:

Andromeda 2025

M31 ist für mein Setup schon viel zu groß, sodass ich die Galaxie nicht komplett aufnehmen kann. Dennoch bin ich immer wieder begeistert vom Endresultat, daran hat sich seit 2021 nichts geändert. Das nächste Foto wird daher ein Mosaik.

Nachfolgend meine Aufnahmedaten inklusive Equipment tabellarisch zusammengestellt:

Objekt Messier 31
Aufnahmedatum September 2025
Entfernung 2,5 Millonen Lichtjahre
Durchmesser 200.000 Lichtjahre
Belichtung RGB jeweils 125 x 90 Sek. bei ISO 1000, Gesamt: 3 Std. 7 Min.
Kalibrierung BIAS / FLATS / DARKS
Montierung Skywatcher HEQ5 Pro
Teleskop Newton Skywatcher 150/750 PDS 6"
Korrektor Lacerta GPU Komakorrektor
Filter -
Kamera Sony Alpha 6000 astromodifiziert
Guiding Lacerta MGEN-3
Software Adobe Lightroom, APP, DxO PhotoLab, Adobe Photoshop

Weitere Galaxien in der Nähe

Die Andromeda-Galaxie hat einige Begleiter, die sie wie Trabanten umkreisen. Die hellsten Satelliten sind M32 und M110 bzw. NGC 205:

Adromeda Satelliten

M32 ist eine Zwerggalaxie mit einer ziemlich runden Form. Diese kleine Galaxie hat bereits einen Durchmesser von 8.000 Lichtjahren und beherbergt etwa zwei Milliarden Sterne.
NGC 205 ist etwas größer als M32 und besitzt 8 bis 15 Milliarden Sterne sowie einige Kugelsternhaufen.

Eine kosmische Schönheit

Schon die Tatsache, dass die Andromeda mit bloßen Auge am Nachthimmel sichtbar ist, macht diese Galaxie zu einem ganz besonderen Deep Sky Objekt. Mit einem Teleskop, einer Kamera sowie genügend Geduld schafft man es, dieses atemberaubende Objekt am Himmel abzubilden. Die langen Spiralarme mit den rot leuchtenden H-Alpha Regionen zeugen von neuen Sternentstehungsgebieten innerhalb der Galaxie. Und hinter dem hell leuchtenden Kern befindet sich ein supermassereiches Schwarzes Loch. Diese Dimensionen sind mir so fern, da sie sich meiner Vorstellungskraft komplett entziehen und dennoch wirken die Bilder zugleich irgendwie beruhigend. Ich bin immer wieder stolz auf das Ergebnis, die langen Nächte haben sich definitv gelohnt.